Das kleine Whisky-Experiment


Ein guter Whisky braucht eigentlich nicht viel: ein passendes Glas, etwas Zeit und Aufmerksamkeit. Eine feste Regel, wie Whisky getrunken werden muss, gibt es ohnehin nicht. Auch die Scotch Whisky Association betont, dass letztlich der persönliche Geschmack entscheidet. Ob pur, mit Wasser oder auf Eis: Jede Variante verändert das Genusserlebnis.

Für eine Verkostung empfiehlt sich zunächst die pure Variante. So lässt sich der Charakter eines Whiskys unverfälscht kennenlernen. Ein kleiner Schluck reicht, um Süße, Würze, Rauch oder Fruchtigkeit wahrzunehmen. Auch die Nase sollte dabei nicht zu kurz kommen. Viele Aromen zeigen sich bereits, bevor der erste Tropfen überhaupt auf der Zunge landet.

Ein paar Tropfen Wasser können anschließend für einen interessanten Vergleich sorgen. Die Verdünnung reduziert den Alkoholgehalt und verändert gleichzeitig das Zusammenspiel der Aromastoffe. Einige davon können dadurch leichter in den sogenannten „Headspace“, den Luftraum über dem Whisky, gelangen und intensiver wahrgenommen werden. Besonders bei kräftigen, hochprozentigen Abfüllungen kann sich dieser Versuch lohnen.

Eis verändert den Whisky ebenfalls, allerdings auf andere Weise. Die niedrige Temperatur dämpft die Wahrnehmung von Aromen, während das schmelzende Eis den Whisky zunehmend verdünnt. Für einen Whisky, den man bewusst entdecken möchte, ist das nicht unbedingt ideal. Wer ihn einfach entspannt genießen möchte, darf trotzdem zum Eis greifen. Ein großer Würfel schmilzt langsamer und hält den Drink länger kühl.

Am besten ist deshalb ein kleiner Selbstversuch: denselben Whisky pur, mit etwas Wasser und, wenn gewünscht, auf Eis probieren. Der direkte Vergleich zeigt schnell, welche Variante dem eigenen Geschmack am nächsten kommt.

Text: Jacqueline Schlechtriem / Foto: adobe.stock.com