Ready to Matcha


Matcha hat es geschafft, aus einer Tasse Tee eine kleine Lifestyle-Disziplin zu machen. Das Pulver kommt nicht einfach ins Wasser und wird einmal umgerührt. Es wird gesiebt, aufgeschlagen und in einer hübschen Schale serviert. Plötzlich steht da ein kleines Set aus Chasen, Chawan, Chashaku und Sieb auf der Küchenzeile. Sieht ziemlich gut aus, aber braucht es das alles? Eher nicht.

Für einen richtig guten Matcha sind zwei Dinge tatsächlich Gold wert: ein feines Sieb und ein Bambusbesen. Das Pulver wird zunächst durch das Sieb gestrichen. Gerade bei Matcha macht dieser kleine Umweg Sinn, denn so lässt es sich später deutlich besser mit dem Wasser verbinden. Für eine Portion reichen etwa 1 bis 2 Gramm Matcha und 70 bis 100 Milliliter Wasser. Wichtig ist dabei die Temperatur: Das Wasser sollte etwa 70 bis 80 Grad haben und nicht kochend heiß sein.

Anschließend kommt der Chasen zum Einsatz. Der Bambusbesen ist dabei kein Küchenaccessoire, das hauptsächlich für Fotos gut aussieht. Er macht tatsächlich einen Unterschied. Mit schnellen, lockeren Bewegungen wird der Matcha aufgeschlagen, bis sich das Pulver gleichmäßig verteilt und eine feine Schaumschicht entsteht. Wer einmal den Unterschied zwischen aufgeschlagenem und einfach verrührtem Matcha probiert hat, dürfte den Besen so schnell nicht wieder gegen einen Löffel eintauschen.

Bei Chashaku und Chawan darf es dagegen entspannter zugehen. Der schmale Bambuslöffel zum Portionieren gehört traditionell dazu, ist aber kein Muss. Ein normaler Teelöffel funktioniert genauso. Und auch die spezielle Matcha-Schale ist vor allem eines: schön. Ihre breite Form ist praktisch zum Aufschlagen, zwingend erforderlich ist sie nicht. Eine ausreichend große Schale oder Tasse tut es ebenfalls.

Wer gerade erst in die Matcha-Welt einsteigt, muss sich also nicht gleich ein komplettes Set zulegen. Zwar gehören ein paar Handgriffe und Utensilien mehr als bei klassischem Tee dazu, doch der Genuss beginnt bei Matcha schon mit der Zubereitung.

Text: Jacqueline Schlechtriem / Foto: stock.adobe.com