„Meine Musik muss sich ehrlich anfühlen“


Lissy Fey hat ihr Debütalbum „Da wo ich herkomm“ veröffentlicht

In ihrem Ende Januar veröffentlichten Debütalbum „Da wo ich herkomm“ erzählt Lissy Fey von ihrer bisherigen Reise, auf der die gebürtige Hunsrückerin auch Station im Westerwald machte.

. Von der fünften Klasse bis zum Abitur im Jahr 2011 verbrachte sie insgesamt neun Jahre im Internat des Landesmusikgymnasiums in Montabaur und hat somit bereits sehr früh ihr Elternhaus verlassen, um auf eigenen Beinen zu stehen und sich ihrer großen Leidenschaft, der Musik, zu widmen. Ein mutiger Schritt, wie sie heute selbst zugibt: „Das war damals aber mein eigener Wunsch. Wahrscheinlich, weil ich seit meinem ersten Lebensjahr mit meinem Vater auf Jugend- und Kinderfreizeiten gefahren bin. Im Internat habe ich jedoch schnell gemerkt: Nur Freizeit ist das nicht. Es gab viele Strukturen und Regeln, die eine gewisse Anpassungszeit in Anspruch genommen haben.“
Aufgewachsen mit drei älteren Schwestern im beschaulichen Bundenbach war auch die neue Umgebung aufregend. „Ich komme aus einem 1000-Seelen-Ort, im Vergleich dazu ist Montabaur eine viel größere Nummer. Ich fand es spannend, auf eigene Faust oder mit Freundinnen die Stadt zu erkunden“, blickt Lissy zurück und ist dankbar für die vielen Freundschaften, die in der Zeit im Internat entstanden sind und bis heute auch auf Distanz noch immer funktionieren. In ihrem Leben zog es die Singer-Songwriterin in etliche Länder (u.a. Freiwilligendienst in Bolivien) und schließlich über Osnabrück und Mainz nach Köln. Auf der Suche nach Freiheit, der eigenen Stimme und Antworten auf die vielen offenen Fragen des Lebens, verließ sie regelmäßig vertraute Orte, um im Abstand wieder Klarheit zu finden.
Ihre Songs schreibt und komponiert die 30-Jährige, die in Osnabrück Pop-Gesang studiert hat, alle selbst. Geholfen hat ihr dabei sicherlich die musikalische Ausbildung, aber vieles hat sie sich auch selbst angeeignet. „Nach der Blockflötenzeit habe ich mit dem Klavierspielen begonnen. Mit zwölf Jahren habe ich dann mit eigenen Texten und Akkorden angefangen und mit der Zeit immer mehr durchs Machen dazugelernt. Geschrieben habe ich schon immer gerne, zum Beispiel Tagebuch. Vielleicht liegt es auch an den Genen, denn mein Opa hat Gedichte verfasst.“
Die Produktion ihres Debütalbums in einem Studio in Köln hat Lissy Fey u.a. durch eine Crowdfunding-Aktion, bei der rund 9000 Euro zusammenkamen, finanziert. „Das war ein super spannender Prozess, den ich mit großem Optimismus, aber hin und wieder auch mit Zweifeln angegangen bin. Umso toller ist das Ergebnis, das für mich ein riesiges Geschenk ist.“ Von den ersten Planungen bis zur Veröffentlichung des Albums vergingen knapp zwei Jahre. Herausgekommen ist ein Werk mit elf Songs, die von kalten und grauen, warmen und weichen Beziehungen erzählen. Von Freundschaften, die zerfallen und jenen die bleiben, von Nähe und Distanz, vom Suchen nach dem eigenen Wert und dem Wunsch endlich nach Hause zu kommen. Dabei entstehen die Texte meist intuitiv, wie Lissy erklärt: „Ich muss beim Schreiben das Gefühl haben, dass es sich ehrlich anfühlt. Nur dann verfolge ich den Gedanken weiter und investiere meine Energie. Ich schreibe nicht, nur um den Leuten zu gefallen oder um einen Hit zu landen. Das würde sich nicht ehrlich anfühlen und das wäre auch nicht ich.“
Im Sommer stehen erstmal kleinere Gigs auf dem Programm. Für das Frühjahr 2023 plant die selbstständige Musikerin und Sängerin eine Tour mit Band. Wer sich bis dahin nicht gedulden kann, sollte sich Lissy Feys Album „Da wo ich herkomm“ streamen, digital kaufen oder als CD bestellen unter www.lissyfey.com.

Text: Daniel Korzilius/Fotos: Veronika Sterrer